Netterweise wurde uns das Auto (ein "Proton", nie gehört) bis ins Hotel geliefert, leider ist der Zeitvorteil aber dadurch wieder aufgefressen worden, dass das Hotel erstmal eine halbe Stunde nach unserem Gepäck suchen musste. Der erste wirkliche Minuspunkt in dieser Hütte. Das Fahren in KL und auch ausserhalb war, wie zu erwarten, recht stressig, vor allem ohne Navi. So kam es dann auch, dass wir die Batu-Höhlen, die eigentlich auf dem Weg nach Norden an der Autobahn sein sollten, nicht gefunden haben und auslassen mussten. Vorher war in der Stadt auch ziemlich dichter Verkehr, sodass wir erst gegen Abend bei unserem nächsten Stopp ankamen. Während der Fahrt regnete es immer wieder und es war generell nur noch so 20 Grad warm, was wir aber vorher wussten. Ich fand das sowieso sehr angenehm. Etwas ungünstig war, dass ich gleich in der ersten Stadt mit ein paar Autos nach der Fahrt durch den Dschungel einen Pick-up erwischt habe, oder er mich, wie man es sieht. Er war links geparkt und ich musste ihn wegen Gegenverkehrs etwas knapp überholen, meiner Meinung nach ist er aber genau in dem Moment rückwärts gerollt, sodass ich die ganze linke Seite der Protonenrakete plus Aussenspiegel erstmal schön verbeult habe. Bin dann zurückgelaufen, an seiner Karre war gar nichts zu sehen. Offensichtlich konnte der Typ kein Wort Englisch und auch nur einer der ca. 30 Umstehenden konnte ein bisschen dolmetschen. Natürlich haben alle unisono gesagt, dass er da nur ganz unschuldig geparkt hatte, daher war mir das dann zu doof und wir sind weiter. Wofür hat man Vollkasko und es wurde ja keiner verletzt...
Das Hotel war nicht der Überflieger, aber günstig gelegen und fast sauber. Abends sind wir nur noch kurz durch die Stadt, mal wieder was essen (Sate-Spiesse aus der Hand und dann später noch Roti-Brot mit Gemüse und Fisch. Leider war der Fisch schon ein bisschen fischig und scharf, allerdings gab es wieder keine Verdauungsprobleme, zum Glück) Auch haben wir uns die diversen Angebote für Dschungeltouren und Teeplantagenbesichtigungen angesehen, aber da wir am nächsten Tag nicht so spät los wollten war da nichts dabei. Stattdessen haben wir uns eine Tour aus dem Loose-Reiseführer rausgesucht, angeblich etwas langweilig dafür "eine der einfacheren". Nun ja, was wir da nach dem eher mittelmässigen Frühstück im Hotel und nach dem Auschecken vorgefunden haben, lässt mich ein bisschen an dem Buch zweifeln, oder die anderen Pfade müssen absolut mörderisch im Vergleich sein. Der Hinweg ging eigentlich noch, erst auf gepflastertem Weg dann nur noch auf einem kleinen Pfad durch den Wald, etwas rutschig hier und da, ein Baum über oder unter dem man vorbei musste, immer in der Nähe des Flusses entlang. Als wir nach ca. 1,5 Stunden etwas weiteren Ausblick auf eine Gemüseplantage hatten, kamen uns zwei japanische Touristen entgegen, die meinten, der Weg würde jetzt richtig schlecht und man könnte durch die Plantage runter, was wir dann auch machten. Dann las es sich im Buch so, als wäre der Rückweg komplett gepflastert, wo wir dann allerdings landeten hatte damit gar nichts zu tun. Erst eine ziemlich steile Treppe und dann ein rutschiger Hang ca. 80m lang, steil und schnurgerade den Berg rauf. Es gab zwar ein Seil zum festhalten und hochziehen, zum Glück auch, aber trotzdem waren wir völlig fertig und sahen nachher aus als hätten wir 3 Tage im Wald gelebt. Tiere (also größer als Schmetterlinge) gab es bis auf etwas wieselartiges hoch oben in den Bäumen nicht zu sehen, aber wen wundert es, der Wald ist ja groß.
Nachdem wir es endlich wieder ins Auto geschafft hatten, musste im Nachbardorf erstmal der Hunger wieder gestillt werden, diesmal mit verschiedenen Spießen (Tintenfisch, Krabbe, Hühnchen) auch wieder auf der Straße. Das wird dann alles in eine Tüte gesteckt, nach Wunsch mit Soße übergossen und dann isst man das. Klingt jetzt nicht so toll, ist es aber. Für später haben wir noch 3 Packen Erdbeeren (das wird da oben neben Tee ganz groß angebaut) für 20 Ringit also 5 EUR gekauft. Relativ teuer, aber lecker.
Einen kleinen Abstecher auf den Berg Berinchang haben wir auf halbem Weg abgebrochen, da alles diesig war und man oben eh nichts mehr gesehen hätte (das war dann schon 2000m hoch, also noch einmal 500m mehr als die Stadt) Die Ausblicke auf die Teeplantagen auf dem Weg nach unten haben uns aber entschädigt.
Die Fahrt bis Georgetown auf der Insel Penang, wo wir gestern angekommen sind und noch bis morgen bleiben, zog sich dann ziemlich. Erst aus den Bergen die Serpentinen runtereiern, dann noch ca. 150km auf der Autobahn. Da dann noch eine kurze Pause auf einer Raststätte gemacht, tausendmal besser als alle deutschen Rasthöfe. Allerdings auch, genau wie zu Hause, viel teurer als anderswo.
Als wir dann endlich gegen 20:30 über die Mautbrücke auf die Insel gerollt sind, haben wir natürlich das Hotel nicht gefunden und sind ca 1h durch die ganze Stadt geirrt, bei Dunkelheit versteht sich. Bisher ätzendste Autofahrt meines Lebens, vor allem, weil die Leute noch mehr mit der Brechstange fahren als in KL. Der Rat eines werten Lesers, sich einen lokalen Fahrer zu nehmen war gar nicht verkehrt! Bloß gut, dass der Sprit hier nur 43 cent/liter kostet, wenigstens ist es billig, sich zu verfahren. Am schlimmsten war dann festzustellen, dass wir am Hotel sogar ganz am Anfang vorbeigefahren waren aber es nicht gesehen hatten.
Hier bleiben wir noch eine Nacht, morgen geht's wieder Richtung Süden auf Pangkor Island, Strand. Mal sehen, ob ich heute Abend noch über den heutigen Tag in Georgetown schreiben kann, wollen nämlich endlich mal auf den Nachtmarkt heute Abend. Hier scheint auch gerade ein Hindu-Feiertag zu sein, das könnte recht interessant werden.
Bilder kann ich hier übrigens irgendwie gerade nicht einfügen, daher hier mal einfach der Linkaufs neue Album für die Highlands.
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