Montag, 27. Februar 2012

Shanghai

Hier haben wir uns mal fuer China Eastern entschieden, diesmal war zwar kein Platz am Notausgang mehr zu bekommen,war aber trotzdem alles creme. Die Taxifahrt vom Hongquin (oder so) Flughafen bis ins Hotel hat wahrscheinlich laenger gedauert als mit der Ubahn (war Mordsstau) aber bei den guenstigen Preisen hat man wirklich kein Bock mehr, das Gepaeck zu schleppen, vor allem, wenn man es sich teilt. Das Salvo-Hotel war schon etwas aelter und roch leicht muffig und staubig, zum Glueck aber nicht so schlimm wie das in Shenzhen. Ziemlich cool war, dass wir die Deluxe Suite bekamen, das hieß, es gab neben dem Schlafzimmer noch ein Riesenwohnzimmer mit zweitem Fernseher und Couch, wie gemacht fuer die endlosen Skypesessions meiner Nichte. Der Fernseher war irgendwie nur mittelcool, denn trotz 64 Kanälen gab es ganze zwei auf Englisch und das waren auch noch CNN und Bloomberg, sehr erbauend. Ich hab dann abends zum Einpennen immer CCTV5 geguckt, die haben Snooker aus Wales übertragen, da brauch ich den Kommentar nicht zu verstehen.
Wir waren relativ frueh angekommen und auch noch relativ fit, so dass wir gleich Richtung Altstadt durchstarten konnten. Dazu muss man wissen, dass Shanhgai bis 1990 noch eine ziemlich normale bis verschlafene Stadt gewesen sein soll, erst dann hat sich die KP in ihrer unendlichen Weisheit dazu entschlossen, dem ganzen ein bisschen auf die Spruenge zu helfen, unter anderem durch Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone in Pudong (was der Stadtteil oestlich des Flusses ist, wo heute die richtig perversen Hochhaeuser stehen) Jedenfalls kann man in Old Town noch am besten erahnen, wie es frueher mal so ausgesehen hat. Als erstes gerieten wir in ein von aussen voellig unscheinbares Gebaeude, dass sich als Markthalle herausstellte, allerdings jetzt nicht so wie man das aus Berlin zum Beispiel kennt, sondern einfach nur durchgeknallt. Auf mindestens vier Stockwerken ein kleiner Stand am anderen und alle verkaufen schreined bunten Kitsch und Krempel usw, muss man mal gesehen haben. Ich habe es dann tatsaechlich geschafft, da irgendwo ein paar Schnuersenkel (brauchte ich dringend neue) zu finden, dann mussten wir auch schon wieder raus, war nicht auszuhalten. 
Gegenueber war dann der etwas gediegenere Tempel/Garten/Shoppingkomplex wo wir uns erstmalein paar coole Essstaebchen kauften. Ich ess zwar zu Hause eigentlich nie damit, aber die sind ziemlich schick, Mahagoni und so. Leider auch nicht ganz billig. Bei Einbruch der Daemmerung sind wir dann noch am Fluß den sogenannten Bund entlanggewandert, das waren frueher (ganz frueher, nach dem Opiumkrieg) Gebiete unter amerikanischer bzw. franzoesischer Kolonialverwaltung mit praechtigen Gebaeuden drauf. Natuerlich haben die Chinesen auf jedes Haus heute mindestens eine chinesische Flagge gehisst und der Big Ben Turm hat nen roten Stern drauf. Dann ging es noch ueber die Najing Road, unter den unendlich vielen Shoppingstrassen hier wohl die groesste, bei Nacht aber auf jeden Fall die schrillste, nach Hause. 
Den Freitag hatte ich mal zur freien Verfuegung da Lisa Einfuehrungsveranstaltung an der Uni hatte. Bin dann erstmal zum Jinang Tempel gefahren, ein grosses gueldenes Ding, dass wir schon von der Autobahn gesehen hatten.


 Es war nicht nur umgeben von grossen Shoppingmalls, nein aussem im Tempel gab es auch noch Geschaefte. Der Reisefuehrer meint dazu, dass das in China immer schon zusammengehoert hat. Das Innere (Eintritt war knapp 4 EUR) ist dann bis auf den offenen Innenhof und zwei riesige Statuen nur bedingt sehenswert. Danach bin ich der beruechtigten Ninjang Road Richtung Platz des Volkes gefolgt und auch hier war ein Konsumtempel am anderen. Ich wollte nicht wirklich was einkaufen, aber die schiere Groesse und edle Aufmachung von den Dingern ist einfach der Hammer. Da kann bei uns in Berlin nur das Kadewe ansatzweise mithalten. Finde ich ziemlich verwirrend, denn eigentlich ist doch hier in China der boese Kommunismus, oder? Sehr erstaunlich ist auch, dass es hier viele Produkte aus den USA gibt, die es bei uns gar nicht gibt, dasselbe gilt fuer Fastfood. Dairy Queen, Cold Stone Creamery zum Beispiel und als ich dann einen Carls Jr. Burgerladen fand war ich ja richtig neidisch. Und wuetend. ;-)
Am People's Square wurde ich dann Opfer der guten alten Schuhcreme an den Schuh schmieren und einen damit zum Putzen zwingen Masche, war an sich nicht schlimm, da die Botten es mal noetig hatten. Schlimm waren eher die 10 Eur!!!!!!! die die alten Saecke aufriefen. Ich hab nur gelacht und kurz ueberlegt gar nichts zu geben, hab denen dann aber doch jeweils etwas ueber einen Eur in die Hand gedrueckt, haben natuerlich gross Gezeter veranstaltet.
Dann ging mir diese Strasse mit dem staendigen Angelaber ("Lolex, lolex, girls, iphone) auf die Nerven und mir standder Sinn nach etwas Ruhe und ich bin wieder nach Old Town weil da der schoenste und aelteste chinesische Garten Shanghais sein sollte, war natuerlich leider geschlossen. Dann haben mich zwei Chinesen angelabert ob ich Foto machen koennte. Naja, ein bisschen ins Gespraech gekommen, sind aus Peking, haben angeblich lange in Ffm gearbeitet und wollen jetzt mal eine schoene Teezeremonie mitmachen, ob ich nicht mitwolle. Ich hab den Braten schon gerochen bin aber mit weil ich Bock auf Tee hatte. Stellte sich dann heraus, dass pro Teesorte ( ein paar kleine Glaeschen) 6 eur faellig waeren, fuer einige Sorten sogar 15 eur. Natuerlich wurde mir empfohlen, mindestens 6 zu nehmen wegen Glueckszahl und so. Frage mich, ob wirklich jemand so dumm ist. Hab ihnen dann gesagt, dass das ja ne coole Masche waere und hab dann zwei probiert, das war mir der Spass wert. Schliesslich wurde mir die Zeremonie ja auch uebersetzt usw und der Fruechtetee war wirklich der beste, den ich je getrunken habe. Aber dass die Leute hier auch so extrem uebertreiben muessen bei der Abzocke... Noch ein anderes Beispiel, will ne Stange Marlboro kaufen, die kostet 180rmb. Die Alte packt noch drei komische Packen Tabak, die ich nicht will, dazu und meint so "600!" Halloooo?
Lisa war dann endlich fertig mit der Uni und so sind wir abends noch nach Pudong in die Super Brands Mall gefahren, da sollte es laut Reisefuehrer eine Menge Restaurants geben, stimmte auch, letztendlich sind wir aber wieder mal beim Japaner gelandet, der recht teuer und nicht so gut war wie der in Guilin. Dann noch den Sightseeing Tunnel gesucht, der in allen Karten verzeichnet war aber nirgends naeher beschrieben war. An dem Abend war er schon geschlossen, spaeter stellte sich dann raus, dass man da auf automatischen Trolleys durch eine Roehre mit Videoprojektion faehrt, ueber 6 eur fanden wir es aber dann doch nicht wert.
Am naechsten Tag wollte Lisa mit ein paar Komilitonen zu Ikea fahren, da ich das ganz interessant fand und auch ihre Uni mal sehen wollte, habe ich mich mal angeschlossen. Ihr Zimmer ist fuer die 385 eur Miete schon klein und kaerglich, das Bad ne Zumutung aber eine andere Wahl hat sie fuer die 2 Monate kaum.
Der Hammer kam dann, als alle fuenf Leute die ja zum Ikea wollten auf der Strasse standen und sich rausstellte, dass keiner nachgeguckt hatte, wo genau der nun ist. Unsere jungen Akademiker, gute Nacht Deutschland...




Letztendlich waren wir dann beim Carrefour um Hausrat einzukaufen und da man hier mit der Ubahn erstaunlich lange unterwegs ist und alles nicht gerade um die Ecke ist, war der Tag damit auch schon fast rum. Abends haben wir dann dem Reisefuehrer entnommen, dass um diesen bewussten Jinang Tempel das quirligste Stadtviertel sein soll. Koennen wa jetzt nicht unbedingt bestaetigen aber mangels einer genauen Beschreibung haben wir es einfach nicht gefunden, denke ich. Lisa war dann schon so fertig, dass unbedingt ne Fussmassage brauchte, da das ne ganze Stunde dauerte und nur 7 eur kostete hab ich mich mal dazugesellt. War auch ganz gut, obwohl ich wohl vorher jedem nen Vogel gezeigt haette, der sich eine gnze Stunde lang die Fuesse kneten laesst. Dann blieb noch Zeit fuer Abendessen beim Koreaner (auch ohne Hund, den haben wir aus ethischen Gruenden doch gestrichen) 
Am Abreisetag stand dann noch ein besonderes Schmankerl an, Geschwindigkeitsrausch bei 430 kmh mit dem Transrapid, oder Maglev wie er hier heisst. 


Ich glaube zwar nicht, dass es wirklich Zeit gespart hat, da ich aus der Ubahn die auch zum Pudong Flughafen ausgestiegen bin und der Maglev mir auch gerade vor der Nase weggefahren ist. Der Aufpreis von 5 Eur ist natuerlich auch nicht zu vergessen aber ich fands total geil, zu schade, dass wir den in D nie gebaut haben. Dann war es etwas kurios beim Einchecken, ich wollte eigentlich einen Sitz am Notausgang fuer 300rmb kaufen, da kam mir aber so ein Chinese zuvor und hat den letzten genommen. Ich schon so: Scheisse, scheisse, aber dann meinte die Dame, ich kann auch einen Platz in der ersten Reihe fuer lau bekommen, fand ich irgendwie viel besser!! Dann war sogar der Platz neben und hinter mir frei, was nicht so gut war, war dass wir erst geschlagene 90 min nach der planmaessigen Zeit abhoben, zum Glueck hatte ich 2h Zeit in Moskau zwischen den Fluegen. Das Filmprogramm an Bord ließ allerdings auch zu wuenschen uebrig, keine individuellen Bildschirme und auf dem Gemeinschaftsschirm lief erst der Lucky Luke Realfilm im franzoesischen Original mit billiger russischer Syncro drueber und englischen Untertiteln, dann ein russischer Liebesfilm, der ziemlich auf die Traenedruese gedrueckt hat (Der Mann, der in meinem Kopf sprach oder so aehnlich hieß der) dann ein paar Kartoons, Tom und Jerry und Wolf und Hase, wobei die komischerweise auch englisch redeten und nu pagadi kommt als You just wait nicht so geil. Dann gab es den einzigen aktuellen Film naemlich "In Time", den aber wenigstens im Original. Mag ja eigentlich so Science-Fiction-Endzeitkram, aber der war lahm.
Der Transfer in Moskau war schlimmer als der schlimmste Alptraum. Normalerweise latscht man ja einfach durch, vor allem da ich ja schon meine Bordkarte hatte. Hier nicht, hier darf man sich erstmal an einem Schalter anstellen an dem es wie auf dem Basar zugeht, aber natuerlich mit Befehlston. Dann nochmal durch die Sicherheitskontrolle mit den anderen Idioten, hat keinen interessiert, dass man gerade aus einem Flugzeug rauskam. Die fand in einem ca 15 qm großen Raum statt, koennt ihr euch ja vorstellen, wie toll das war. Mit mir auf dem Flug war ein Oesi, den haben sie einfach auf morgen umgebucht, obwohl es um 22 Uhr noch einen Flug dahin gab. Der arme Kerl, im Transitbereich auf DEM Flughafen uebernachten, na schoenen Dank.
Mittlerweile (es ist jetzt Sonntag 20:45 Moskauzeit, 17:45 Mez und Montag 0:45 Shanghaizeit) hab ich es an Bord nach Berlin geschafft, hoffentlich mein Gepaeck ebenso. 
Im Gegensatz zum letzten Urlaub ueberwiegt schon die Freude auf zu Hause. Das chinesische Essen ist mir nach den 10 Tagen schon auf die Nerven gegangen, die ganzen Knochen und der ewige Knoblauch. Dann die Chinesen, die immer draengeln, die schlimmsten Autofahrer der Welt sind und auch nach mindestens sechs Jahren Englisch in der Schule die Zahlen von eins bis zehn und so Sachen wie heiss und kalt nicht verstehen (wollen), selbst wenn man es ihnen auf der Karte zeigt, und einen dann noch auslachen, wenn man aus Verzweiflung zur Zeichensprache greift, muss ich alles nicht fuer laenger haben. (ganz extremes Beispiel vom letzten Tag: wir setzen uns in ein Lokal und stellen fest, dass die Karte nur ganz rudimentaer in Englisch ist und auch keine Bilder drin hat. Auch kann es natuerlich auch keiner auf englisch erklaeren. Kommt die Chefin mit nem Block und Stift an, ich denk so, super wird sie uns was aufmalen, denkste, schreibt sie uns irgendwas in Chinesisch auf. Liegt wahrscheinlich ausserhalb deren Vorstellungskraft, dass jemand keine Schriftzeichen lesen kann...)
Das soll jetzt aber nicht zu negativ klingen, alles in allem war es ein Supertrip, auch Malaysia ist zu empfehlen, wenn man kein Problem hat mit fragwuerdigen Toiletten ohne Klopapier hat... ;-)
Nachtrag Freitag 24.02.
Mein Gepaeck hat es natuerlich nicht geschafft, in Moskau umzusteigen und da ich beim Gepaeckschalter meine Handynummer angegeben hatte, das Ladekabel aber im Gepaeck war, hatte ich ein Problem. Eigentlich ja nicht, wenn es in diesem schoenen Land denn moeglich waere, per Telefon mit den Gepaeckfritzen Kontakt aufzunehmen, da ging aber immer nur ein AB ran. Die Email-Adresse funktionierte auch nicht. Ich muss auch nicht extra erwaehnen, dass die Bandansage nur auf deutsch war, oder? (Letztendlich bin ich dann am Dienstag extra nach Schoenefeld gefahren und hab denen die Adresse vom Buero gegeben, haben das Gepaeck dann auch noch nachmittags geliefert) Ich hatte noch zwei Leidensgenossen mit mir, die auch ohne Gepaeck aus Shanghai kamen und habe den Fremdenfuehrer gespielt. Das war auch bitter noetig, denn fuer Touristen ist hier einfach ALLES so kompliziert wie moeglich. Das faengt mit den Gepaeckkarren an, die nur mit einem Eurostueck funktionieren (hat ja jeder bei, ne) setzt sich ueber den Geldautomaten fort, der nicht, wie ueberall auf der Welt mit ATM beschriftet ist, sondern halt Geldautomat heisst, ueber die nicht ausgeschilderten Weg zum Bahnhof in Schoenefeld, den Fahrkartenautomaten den ich nicht mal auf Anhieb verstanden habe usw... Ich hab mich mal wieder sehr fuer mein Land geschaemt. :-(

Freitag, 24. Februar 2012

Shenzhen/Guilin


Da Shenzhen nur als Zwischenstation aus Verlegenheit eingeplant war (es gab keine Fähre von Macau, die früh genug fuhr, um den Flug nach Guilin zu bekommen) haben wir uns für etwas preiswerteres in der Nähe des Flughafens entschieden (Capital Plaza Hotel für 57 EUR/Nacht) und auch gleich voll ins Klo gegriffen. Ein muffiges, sehr staubiges Zimmer, das wir erstmal wechseln mussten da wir beide gleich allergische Reaktionen bekamen. Das neue Zimmer war zwar nur geringfügig besser, aber auszuhalten.
Im chinesischen Restaurant gleich um die Ecke wurden wir dann ein ein merkwürdiges Ritual eingeführt: Das Essgeschirr (kleiner Teller, Schälchen, Teeglas und Stäbchen) stand eingeschweißt auf dem Tisch. Ist ja schon mal ne gute Sache, reicht aber dort nicht. Die Kellnerin kam dann, nachdem wir alles ausgepackt hatten und hat dann alles noch einmal mit Tee abgespült und den Tee dann weggeschüttet. Sie kam grad noch rechtzeitig, bevor ich mir was einschenken konnte, keine Ahnung ob das trinkbar gewesen wäre oder spezieller Spül-Tee. Das Essen war gut, nur fiel uns auf, dass es quasi unmöglich ist, wirklich nur Fleisch zu bekommen, ausser man bestellt Hackfleisch. Alles andere ist mit Knochen gebraten und dann kleingehackt. Bei Fisch geht das ja noch, aber bei Rindfleisch oder Geflügel ist es einfach nur nervig und versaut einem auf Dauer den ganzen Spaß. Man muss die Knöchelchen ja auch noch mit den Stäbchen aufnehmen und dann möglichst stilgerecht entsorgen, das nervt einfach endlos. Dann haben wir am Nachbartisch noch ganz andere Knochen gesehen, ca. 2cm dick und 20cm lang, die haben die Leute irgendwie ausgehöhlt und dann mit Strohhalmen durch die Knochen Suppe getrunken. Fast jeder hat das da gegessen. Ich habe später hier in Guilin einen Local gefragt, der meinte, es wäre ein Ding, was die nur da unten in dieser Provinz machen, der Knochen tut eben gut und bringt ewige Gesundheit, was die eben hier so alles glauben. Wenn das alles stimmen würde, dürfte kein Chinese jemals Pech haben oder krank werden…
Der Flug nach Guillin mit China Southern war wunderbar, und das 5-Sterne Hotel (Bravo Grand Wing) ist hier auch schwer in Ordnung. Gullin ist ziemlich romantisch, ein Fluss mit Park drumherum mitten in der Stadt, nachts alles bunt beleuchtet. 

Auch Hochzeiten sieht man hier viele. Dementsprechend war am gestrigen Valentinstag hier auch die Hölle los, überall Plakate dafür, händchenhaltende Pärchen, herzförmige Ballons und sogar einen Kusswettbewerb habe ich in der Stadt gesehen. 


Tagsüber waren wir mit einem, eigentlich sogar zwei, Guides und Fahrer in der Stadt unterweg (unter anderem den zentralen Prinzenpalast aus dem 14. Jahrhundert gesehen, den Elephant trunk Hill (sieht wie ein Elefantenrüssel aus) und noch in der Reed Flute Cave unterwegs gewesen, war sehr schön und einfach für uns, vor allem, weil ihr Englisch ganz hervorragend war. 

Jedenfalls habe ich die gefragt, ob das irgendwelche Wurzeln in der chinesischen Tradition hat oder aus USA importiert ist, ist natürlich importiert. Sowieso unglaublich, wie westlich alles hier ist. Im Fernsehen gibt es zwar CCTV 1 bis 16 (Staatsfernsehen) aber auch HBO Asia und so Sachen. Mag sein, dass das aber nur im Hotel so ist. Und Essen, in HK gab es wortwörtlich an jeder Ecke einen McDonalds oder KFC, aber selbst hier in der Provinz gibt es einige und noch mehr durchgeknallte chinesische Burgerfastfoodnachmachen. Ich könnte jeden Tag Burger essen, bestimmt machen das viele Chinesen auch, so voll wie es da immer aussieht, aber natürlich gucken wir ja eher nach den lokalen Spezialitäten. Oder japanisch, was  hier auch super ist, gleich in der Nähe vom Hotel ist einer, da gehen wir heute abend auch noch mal hin. Sehr lecker UND total bezahlbar, im Gegensatz zu Berlin…)Wir haben gestern den Guide zum Essen eingeladen in dem Restaurant, wo sie uns hingebracht hatte, ihr war es natürlich viel zu teuer. Ich konnte mir einen schönen Fisch im Bassin aussuchen, der dran glauben musste und dann meinte sie, ob wir denn mal Hase probieren wollten, als wäre das was total exotisches wie z.B. Hund. Sie persönlich hatte es auch noch nie gegessen (die süßen Hasen!) und war sehr überrascht, als wir meinten, dass man das zu Hause schon ab und zu mal isst, hehe. So kann es gehen mit der kulturellen Verwirrung!! :-)

Das Wetter ist natürlich wie erwartet äußerst bescheiden, nie mehr als 9 Grad und meistens viel Wind und Sprühregen. Nur heute (zur Orientierung: Mittwoch, morgen geht es auf die letzte Etappe nach Shanghai. Leider werden diese Einträge zeitverzögert erscheinen, wir haben es versäumt uns gegen die Große chinesische Firewall zu wappnen, als wir noch die Chance dazu hatten) war es bis zum frühen Abend wenigstens trocken, wenn auch immer noch kalt und windig. Heute stand dann wieder ein pauschal gebuchter Ausflug auf dem Programm, leider mit einem anderen Guide, die gar nix konnte. Wir haben quasi den ganzen Tag auf dem Wasser oder im Bus verbracht, erst Shangri-La angeguckt, ein Art Indianerdorf einer chinesischen Nation, wo man auch mit Folklore erfreut wurde und wie so üblich gezeigt bekam, wie man früher Pergament machte und webte etc. pp. Dann ging es Bambusfloß fahren auf dem Yulong River, was sehr idyllisch war, aber kalt. Wir bekamen eine ziemlich fiese Show geboten, bei denen Kormorane mit zugebundener Kehle Fische fangen (und wieder ausspucken) mussten, nicht schön. Leider konnten wir uns auch beim Mittagessen nicht aufwärmen, das fand nämlich bei dem Scheißwetter auf der Terasse statt, auch noch zu gesalzenen Preisen. Da sich die beiden Chinesen, die mit uns auf der Tour waren aber schon brav hingesetzt hatten und bestellt hatten, wollten wir auch kein Fass aufmachen. Das Essen (Fisch, angeblich Schwertfisch) war aber wenigstens gut. Anschliessend ging es noch beim Baynshu-.Tree (oder so ähnlich) vorbei, ein über 1300 Jahre alter riesiger Baum, wenn man dreimal herumläuft werden angeblich alle Wünsche erfüllt. Mal sehen. Dann ging es noch einmal auf einen Fluß, diesmal den Li-River. Um 18:00 waren wir völlig durchgefroren wieder im Hotel, Lisa hatte dazu noch mit Magen-Darm-Kram zu kämpfen, trotzdem haben wir es noch ein zweites Mal in den Japaner geschafft, der war einfach gut, auch wenn man vom Kobe-Beef in den Röllchen nicht viel geschmeckt hat, aber das sei ihm verziehen, bei dem Preis, den er berechnet hat...

Macau


Laut Tourismusprospekt herrscht in Macau ein "tropisches Klima", leider können wir das nicht bestätigen. Nachdem wir die einstündige Fahrt mit der Fähre über die doch erstaunlich unruhige See (mir war schon ziemlich schlecht, war froh, dass es nur so kurz war sonst hätte ich rückwärts gefrühstückt) hinter uns hatten, mussten wir feststellen, dass es tatsächlich NOCH kühler als in HK war, trotz anders lautender Wetterberichte. So 12 Grad, diesig, windig, alles andere als tropisch. Was uns dann gleich auf der Fahrt mit dem Shuttlebus zum Hotel auffiel, war wie hässlich die Stadt ist. Die Wohnhäuser sind vielleicht noch gar nicht mal alt, sehen aber aus wie Slums.
Trotz allem will man ja die Stadt sehen, auch wenn sie hässlich ist. Wir sind zu Fuß erstmal auf ein altes Fort rauf um uns einen Überblick zu verschaffen und sind dann den ausgetretenen Touristenpfaden entlang durch die Stadt Richtung Wasser gefolgt. Ausgetreten ist in diesem Fall wirklich wörtlich, es waren Massen an Chinesen, die sich da durch drückten, wirklich krass. 
Da gab es ein paar Läden, die (angebliche) Spezialitäten aus Macau verkauften, hauptsächlich Trockenfleisch in verschiedenen Variationen und recht leckere Sesam und Erdnusskekse, die ich dann erstmal eingesackt habe. Dann meldete sich mal wieder der Hunger und wir haben uns für ein etwas schicker aussehendes Lokal entschieden (also nach hiesigen Maßstäben, es gab halt Tischdecken z.B.) Da haben wir Haifischflossen gefunden, relativ teuer natürlich und auch relativ wenig, aber war ein recht interessanter Geschmack. Wir waren auch die Attraktion im Restaurant ob unserer unglaublichen Fähigkeiten, mit Stäbchen zu essen. Ich muss auch sagen, dass das nach einer Weile echt ganz einfach geht, mittlerweile (=noch zwei Tage später) brauche ich da kaum noch groß zu überlegen. Dann ging es weiter Richtung Süden, immer vorbei an potthässlichen Neubauten die gelegentlich von einer portugiesischen Kirche oder ein paar Häusern in dem Stil unterbrochen wurden, manchmal würde man wirklich nicht denken, dass man überhaupt noch in Asien ist. Natürlich gab es auch noch einen Tempel zu sehen, wo ein paar Besucher gerade Knallfrösche abgebrannt haben, keine Ahnung, was das zu bedeuten hat, kommt aber viel besser als das ewige Gesinge bei den Christen.

Der Tag näherte sich dem Abend, wir uns den Casinos. Leider bieten nicht so sehr viele Casinos Poker an (hab dann rausgefunden, dass es nur noch 3 sind) und im Wynn, wo wir zuerst waren, gab es kein Turnierpoker, also "musste" ich das im Grand Lisboa spielen. Mit 2000HK$ eigentlich zu fett für meine Verhältnisse, aber was soll es, man ist ja nicht jeden Tag hier. Es blieb dann noch genug Zeit, kurz ins Hotel zu gehen, wo Lisa dann auch geblieben ist.
Das Turnier spielte sich dann ganz angenehm, waren nur 30 Teilnehmer, mein Tisch war unglaublich tight. Das war einerseits gut, weil ich ein paar Pötte einfach durch etwas agressiveres Spiel mitnehmen konnte, andererseits aber auch doof, weil man nie ausgezahlt wurde, wenn man wirklich mal gute Karten hatte. Es waren noch 4 andere Nicht-Asiaten am Tisch, hauptsächlich Briten. Bei dem links neben mir war ich mir vom Akzent nicht sicher, hab ihn dann mal gefragt, wo er herkommt, war ein Schweizer, hehe. Rechts neben mir saß ein junger Chinese aus Shenzhen (eigentlich wohl aus Taiwan, wie er später erzählte) der ganz offensichtlich noch nicht oft im Casino gespielt hatte, das hinderte ihn aber nicht daran, gute Karten zu bekommen und zu treffen wie er wollte. Er war denn auch ganz schnell Chipleader (wir haben ihn dann Bank of China genannt) und hat mich auch ins Verderben gestürzt.Hatte mit Ass Dame erhöht, am Flop kam König Neun Neun, ich spiele eine Contibet mit 2000, er erhöht gleich auf 4000, ich muss natürlich rausgehen. Er ist noch so nett und zeigt mir Ass Neun, war ja klar, dass der nicht blufft. Ab da war ich dann kartentot und zum bluffen hatte ich nicht mehr genug Material so dass ich mich dann auch bald mit ein Paar Fünfern als 19. verabschieden musste. Bekam leider zwei Caller (unter anderem Bank of China mit Ass König) von denen einer seinen Buben traf. Bei  Cashgame habe ich dann einen der Briten wiedergetroffen, der eigentlich ein in HK geborener Australier war, war ganz interessant mit dem zu plaudern. Leider kam beim Spiel dort auch nur ca 500HK$ plus raus, so dass dieser Pokerausflug in fremden Gefilden mal wieder in den Miesen endete. :-) Als ich nach Hause kam, war Lisa über dem Laptop beim skypen eingeschlafen und hat mir von einem kleinen Aha-Erlebnis erzählt, dass sie im japanischen Restaurant um die Ecke des Hotels hatte. Irgendwie konnte keiner der Angestellten dort ein Wort Englisch, sodass sie sich von einem jungen Chinesen dolmetschen lassen musste. Dem hat sie dann erzählt, dass sie in Shanghai studieren will, worauf er sie wohl erstmal ausgelacht hat. Wie man auf so eine Idee kommen kann, wenn man die Sprache nicht kann usw. Naja, man wird sehen, ob er recht behält!
Am nächsten Tag war ja schon wieder auschecken angesagt, wir wollten aber noch kurz rüber auf die Insel Tapai, das Venetian angucken. 

Stellte sich, wie das Wynn, als mehr oder weniger 1:1 Kopie des Casinos in Las Vegas heraus, es war nur NOCH größer und die Fake-Gondollieres waren eben Chinesen. Sonst war auf der Insel nichts groß weiter los, wir haben dann den Bus zurück ins Hotel (für weniger als 0,50 EUR) und dann das kostenlose Shuttle zur Fähre genommen und schon waren wir auf dem Weg nach Shenzhen...

Sonntag, 12. Februar 2012

Hongkong Tag 2

Wurde uns ein bisschen vom Wetter vermiest. Angeblich ist es das schlechteste und kälteste Wetter in HK seit Jahren, hat mir heute in Macau ein Einheimischer erzählt, wollen wir ihm mal glauben. Wir sind vormittags noch mal die Nathan Road Richtung Norden entlang, dabei hat das Wetter jetzt noch nicht so gestört. Wir hatten sogar Glück und waren gerade für eine halbe Stunde in einem Billiard- und Snookerschuppen als es draußen gerade kurz geschüttet haben muss. Wirklich blöd war nur, dass wir nachmittags bzw. abends auf den Victoria-Peak (=Berg) wollten um von da die Skyline von der anderen Seite zu genießen, natürlich lag der Berg mehr oder weniger im Nebel und hat nur widerwillig den Blick auf die Wolkenkratzer freigegeben wie man auf den Bildern ja sehen kann. Allerdings war allein die Fahrt mit der uralten Seilbahn die Erfahrung wert. Habe ich natürlich auf Video gebannt, leider klappt hier das Hochladen nicht so besonders gut, einfach mal ein Auge auf das Youtubekonto haben, kommt bestimmt noch in den nächsten Tagen. Dann noch eine kurze Fahrt mit der Doppelstockstraßenbahn zu einem Thai-Restaurant (irgendwie doch besser als chinesisch, sogar in China...) und der Tag war auch schon gelaufen. Rechtfertigt keinen eigenen Eintrag, aber da der erste Tag einen eigenen hatte, geht es nicht anders. ;-)

Freitag, 10. Februar 2012

Hong Kong Tag 1

Nach einem fast vierstündigen Flug, der ja wie NIX rumging kam dann in Hongkong erstmal ein kleiner Kulturschock: Alles so sauber und durchorganisiert! Fast besser als in D und nach Malaysia schon recht angenehm. Mit dem Airport-Express ratzfatz in die City und als wir am Bahnhof noch grübelten, welchen Bus wir jetzt genau nehmen müssten, liefen wir schon am kostenlosen Shuttleservice für viele Hotels, darunter auch unseres vorbei, perfekt. Wie schon der alte Laotse sagte, "Nichtstun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen."
Heute morgen (also der Morgen nach der Ankunft) wurde dann erstmal etwas länger geschlafen, aber auch nur bis 9, schließlich durfte das (letztendlich nicht besonders gute) inkludierte Frühstück nicht verpasst werden. Ausserdem ist HK groß und drei Tage schnell vorbei. Leider haben wir hier kein Internet im Zimmer (jedenfalls nicht für lau) und so haben wir erst recht spät gemerkt, dass ein Kommilitone von Lisa sich heute netterweise für eine Stadtführung angeboten hatte. Nach leichten Schwierigkeiten haben wir dann auch zueinander gefunden und mussten uns endlich mal keine Platte machen, wo es wie nun langgeht, sehr angenehm. Nach kurzem Bummel entlang der Nathan Road und einer kleinen Nudelsuppe als Zwischenmahlzeit ging es dann mit der Fähre auf die südlich von Hongkong gelegene Insel, da wo die ganzen Wolkenkrater stehen. OK, die stehen hier überall. Er brachte uns dann in ein Lokal, wo es nur Gerichte mit Mango gab, wo ich dann zum ersten Mal Vogelnest probiert habe. Schmeckte nach nichts, wie erwartet, bzw. nach Kokos, (oder "Raffaelo" wie die Jugend meinte...) denn es war Nest mit Kokos. Hm, da war jetzt aber doch gar keine Mango bei, fällt mir jetzt im Nachhinein erst auf! Aber war lecker. Ich hab dann noch nebenbei (wieder mal vergeblich) nach einem neuen schönen Portemonnaie gesucht, bei mir fällt jetzt schon immer das Kleingeld raus. Ausserdem war ich in der Apotheke und hab mir ein paar Mittelchen gegen Erkältung besorgt (ja, die hab ich neu) Einmal so ein Mentholbalsam zum Einreiben, das war noch einfach, dann wollte ich noch eine Art Wick Medinite, gibt's hier natürlich nicht. Die Gute Frau hat mir echt krasse Sachen gezeigt, unter anderem ein Medikamt mit Paracetamol, Koffein, Antihistaminika, Aspirin und noch 5 anderen komischen Sachen, die eine deutsche Apotheke garantiert niemals zusammen abgeben würde. Hier gibt's das in einer Pille. Letztendlich gab's dann Paracetamol mit Zitrone mit Heisswasser einzunehmen, das scheint auch ein bisschen zu helfen.
Irgendwann neigte es sich dem Abend zu, und es tut mir ja leid, dass es hier so oft ums Essen geht, aber nun stand uns der Sinn nach Schlangensuppe. Hatte uns unser Führer von berichtet und das passte gut auf die "Muss man mal probiert haben"-Liste. Da steht noch Haifischlosse und Hundefleisch drauf, nur zur Info. War ein ziemliches Gerenne um den Laden zu finden, letztendlich nur durch den netten Hinweis eines anderen Restaurantbesitzers, der uns das sogar in chinesisch auf einen Zettel geschrieben und den Weg genau beschrieben hatte. Ich an seiner Stelle hätte uns ja Huhn verkauft und den doppelten Preis genommen, aber es gibt eben noch ehrliche Menschen. Die Suppe war jetzt nicht Ober-lecker, das lag aber nicht am Fleisch, das war schön fest und schmacko-fatzo. Für 3,80 EUR kann man das mal machen, kam sogar als Mc Menü mit Tee, aber ohne Fritten.
Lisa ist am späten Abend übrigens noch Sushi essen gegangen, ich hab dankend verzichtet. Meine Füße und der Rücken bringen mich um und der Husten tut sein übriges. Man ist eben nicht mehr 20, ne! :-)

Donnerstag, 9. Februar 2012

Pangkor Island

Laut unserem Reiseführer ist die Westküste der Halbinsel Malaysia (im Gegensatz zur Ostküste, die von tropischen Paradiesen  nur so wimmeln soll) nur bedingt zum Badeurlaub geeignet. Leider herrscht im Osten noch Regenzeit bis März, ausserdem war es zeitlich durch die fehlende Autobahn in der einen Woche für uns nicht zu schaffen, sodass wir uns an dieser Seite was für zwei Tage Strand suchen mussten.  Neben Langkawi ganz im Norden, was wohl ziemlich vom Pauschaltourismus gebeutelt wird, blieb da nur noch Bangkok Island auf halben Weg zwischen Kuala Lumpur und Georgetown. Im Internet konnten wir das "Pangkor Island Beach Resort" noch für relativ schmales Geld (wegen Feiertag vermutlich aber trotzdem überteuert) buchen. Das Auto konnte nicht mitkommen, sondern musste am Fährhafen geparkt werden, dort trafen wir dann auch gleich zum ersten Mal auf Pauschalreisedeutsche, Sachsen noch dazu. Zum Glück war das Hotel so groß, dass wir von weiteren Begegnungen mit dieser Familie verschont blieben… ;-)
Das Hotel war schön gelegen, komplett abgeschottet mit eigenem Strand, Golfplatz usw. Wir hatten quasi Halbpension gebucht, das Essen ging auch soweit in Ordnung. Blöd nur, dass bis auf zwei Flaschen Wasser am Tag alle Getränke extra kosteten. Und die Affen, die einmal versucht haben, unsere Balkontür zu öffnen haben Lisa dann doch mal kurz aus dem Konzept gebracht, aber die Tür war abgeschlossen und hielt stand! Waren ja auch keine Gorillas.
Sonst gibt es nicht sooo viel zu berichten, am zweiten Tag sind wir ins Nachbardorf gelaufen wo ich dann für umgerechnet 7 EUR ein Kanu und Schnorchel für 2 Stunden ausgeliehen habe und ein bisschen Schnorcheln war. Das Wasser war leider nicht wirklich klar, aber ein paar Korallen und bunte Fischis waren schon zu sehen. Leider habe ich mir dabei einen fetten Sonnenbrand geholt, der sich aber mittlerweile schon gebessert hat. 
Am Abreisetag hieß es dann richtig früh (im Dunkeln!!) aufstehen, denn die erste Fähre ging schon um 8 Uhr und da wir noch geschätzte 4 Stunden Fahrt bis zum Flughafen vor uns hatten, mussten wir die auch erwischen. Auto abgeben war erstmal kein Problem, der Tyü von Europcar hat auf dem Parkplatz den Schaden fotografiert und meinte, sein Chef wird sich melden. Hat er bisher nicht, ich sehe der ganzen Sache auch recht gelassen entgegen. Abflug war dann im absoluten Wolkenbruch, aber da fiel uns erstmal auf, dass es erst das zweite Mal (nach der Fahrt in die Highlands) wirklich geregnet hat, nicht schlecht!
(hier sind übrigens alle Fotos zu finden, auch von neuen Galerien, falls das jemand noch nicht herausgefunden hat...)

Dienstag, 7. Februar 2012

Georgetown, Penang

(Der Link zu den Fotos im letzten Beitrag hat nicht funktioniert wie ich hörte, sollte jetzt behoben sein. Alles wird gut.)

Obwohl wir zwei Nächte in Georgetown geblieben sind, hatten wir letztendlich nur einen richtigen Tag dort, wir kamen ja spät an und wollten dann auch wieder früh los. Nun ja, so ist das manchmal auf einer Rundreise, wenn man viel, oder vielleicht zu viel, sehen will.
Georgetown wurde von den Engländern als Stützpunkt für ihre East India Company gegründet, dementsprechend ist der alte Stadtkern sehr im Kolonialstil. Da er seit 2008 UNESCO-Weltkulturerbe ist, hat sich da auch zum Glück wenig dran verändert, also nur wenige Wolkenkratzer und ähnliches. Unser Hotel war schön nah am alten Zentrum, sodass wir die vielen Angebote, doch in eine Rikscha einzusteigen ausschlugen und uns zu Fuß durch das Labyrinth der alten Gassen bewegten, nur mit einem kleinen Plan aus der Lobby. Hat auch gut funktioniert, ich denke wir haben so mehr oder weniger alles sehenswerte mitgenommen. Zuerst sind wir in ein paar Buddhistentempel hinein, da war groß Party. Das sah dann so aus, dass die Tempelbesucher Räucherstäbchen anzündeten, beteten und einen Riesenlärm mit so Becken veranstalteten. Auf alle Fälle interessanter, als das was die Christen so drauf haben. Entgegen der ursprünglichen Annahme war es aber kein spezieller Feiertag für die Buddhisten sondern die Muslims haben erst am Sonntag den Geburtstag des Propheten gefeiert und dann waren die Hindus am Montag dran mit ihrem ziemlich wichtigen Feiertag. Das fiel mir dadurch auf, dass am Abreisetag die ganze Straße vor dem Hotel von denen belagert war, sie schienen alle auf etwas zu warten. Hab dann bei einem nachgefragt, der mir auch bereitwillig Auskunft gegeben hat und mir auch den Namen des Feiertages verriet (habe ich mir natürlich nicht merken können) Jedenfalls warteten alle auf ein silbernes Auto oder Kutsche, die dann durch die ganze Stadt fährt um dann um 2 Uhr nachts bei einem gewissen Wasserfall anzukommen, der eines der drei Hauptheiligtümer der Hindus ist. (Eins der anderen sind die von uns nicht gefunden Baut-Höhlen, das dritte ist in Indien) Da gehen dann alle Hindus hinterher, dementsprechend waren auch alle schon morgens gut am Futtern um die Strapazen durchzuhalten. Als wir dann mit dem Gepäck runterkamen, lief die Prozession auch schon vorbei, nur das silberne Auto haben wir verpasst. War dann auch ein bisschen schwierig, aus der Stadt rauszukommen da noch mehr Chaos als ohnehin.
Aber zurück zum Ausflug in die Altstadt, wir sind natürlich auch an diversen Moscheen vorbei, auf Grund der strengen Kleidungsvorschriften haben wir die aber nur von aussen gesehen. Ziemlich gut fand ich Little India:

Eigentlich der perfekte Ort, um mal ein richtig gutes Curry zu essen, wonach uns beiden grad der Sinn stand. Leider sind wir hier auf die totale Tourifalle aus dem Reiseführer reingefallen, teures Essen, nicht gut, nicht viel, kein Curry (war "alle") und Lisa hat eine Ratte auf dem Klo gesehen angeblich so groß wie ein Hund. Nunja, war das erste Mal, dass wir komplett vom Essen enttäuscht waren. Nach einem kurzen Abstecher ans Wasser und den nicht sehr sehenswerten Überresten des Forts der Angelsachsen war es auch schon wieder Zeit fürs Hotel, bzw. für eine Shoppingtour, nicht meinerseits versteht sich! :-)
Der Ausflug auf den Nachtmarkt war dann auch nicht so sehr ergiebig, waren nicht sehr viele Stände da, lag vielleicht auch am Wochenende. Wir haben dann die regionale Spezialität namens Laksa-Suppe probiert, sehr köstlich. Das ist eine klare Fischsuppe mit Gemüse und ziemlich dicken Nudeln, scharf wie Hölle natürlich. Da wir uns vorsichtigerweise erstmal nur eine geteilt hatten, war noch genug Platz für einen erneuten Curry-Versuch, hat wieder nicht so ganz geklappt. War zwar nicht schlecht, aber auch viermal so teuer wie das was wir sonst so gewöhnt waren (wieder mal ein Schuppen, der in wahrscheinlich allen Reiseführern steht...) Alles in allem aber eine ziemlich coole Stadt dieses Georgetown, nur die Wegweiser könnten ein bisschen besser sein!! :-)

Sonntag, 5. Februar 2012

Tanah Rata, Camoron Highlands

Netterweise wurde uns das Auto (ein "Proton", nie gehört) bis ins Hotel geliefert, leider ist der Zeitvorteil aber dadurch wieder aufgefressen worden, dass das Hotel erstmal eine halbe Stunde nach unserem Gepäck suchen musste. Der erste wirkliche Minuspunkt in dieser Hütte. Das Fahren in KL und auch ausserhalb war, wie zu erwarten, recht stressig, vor allem ohne Navi. So kam es dann auch, dass wir die Batu-Höhlen, die eigentlich auf dem Weg nach Norden an der Autobahn sein sollten, nicht gefunden haben und auslassen mussten. Vorher war in der Stadt auch ziemlich dichter Verkehr, sodass wir erst gegen Abend bei unserem nächsten Stopp ankamen. Während der Fahrt regnete es immer wieder und es war generell nur noch so 20 Grad warm, was wir aber vorher wussten. Ich fand das sowieso sehr angenehm. Etwas ungünstig war, dass ich gleich in der ersten Stadt mit ein paar Autos nach der Fahrt durch den Dschungel einen Pick-up erwischt habe, oder er mich, wie man es sieht. Er war links geparkt und ich musste ihn wegen Gegenverkehrs etwas knapp überholen, meiner Meinung nach ist er aber genau in dem Moment rückwärts gerollt, sodass ich die ganze linke Seite der Protonenrakete plus Aussenspiegel erstmal schön verbeult habe. Bin dann zurückgelaufen, an seiner Karre war gar nichts zu sehen. Offensichtlich konnte der Typ kein Wort Englisch und auch nur einer der ca. 30 Umstehenden konnte ein bisschen dolmetschen. Natürlich haben alle unisono gesagt, dass er da nur ganz unschuldig geparkt hatte, daher war mir das dann zu doof und wir sind weiter. Wofür hat man Vollkasko und es wurde ja keiner verletzt...
Das Hotel war nicht der Überflieger, aber günstig gelegen und fast sauber. Abends sind wir nur noch kurz durch die Stadt, mal wieder was essen (Sate-Spiesse aus der Hand und dann später noch Roti-Brot mit Gemüse und Fisch. Leider war der Fisch schon ein bisschen fischig und scharf, allerdings gab es wieder keine Verdauungsprobleme, zum Glück) Auch haben wir uns die diversen Angebote für Dschungeltouren und Teeplantagenbesichtigungen angesehen, aber da wir am nächsten Tag nicht so spät los wollten war da nichts dabei. Stattdessen haben wir uns eine Tour aus dem Loose-Reiseführer rausgesucht, angeblich etwas langweilig dafür "eine der einfacheren". Nun ja, was wir da nach dem eher mittelmässigen Frühstück im Hotel und nach dem Auschecken vorgefunden haben, lässt mich ein bisschen an dem Buch zweifeln, oder die anderen Pfade müssen absolut mörderisch im Vergleich sein. Der Hinweg ging eigentlich noch, erst auf gepflastertem Weg dann nur noch auf einem kleinen Pfad durch den Wald, etwas rutschig hier und da, ein Baum über oder unter dem man vorbei musste, immer in der Nähe des Flusses entlang. Als wir nach ca. 1,5 Stunden etwas weiteren Ausblick auf eine Gemüseplantage hatten, kamen uns zwei japanische Touristen entgegen, die meinten, der Weg würde jetzt richtig schlecht und man könnte durch die Plantage runter, was wir dann auch machten. Dann las es sich im Buch so, als wäre der Rückweg komplett gepflastert, wo wir dann allerdings landeten hatte damit gar nichts zu tun. Erst eine ziemlich steile Treppe und dann ein rutschiger Hang ca. 80m lang, steil und schnurgerade den Berg rauf. Es gab zwar ein Seil zum festhalten und hochziehen, zum Glück auch, aber trotzdem waren wir völlig fertig und sahen nachher aus als hätten wir 3 Tage im Wald gelebt. Tiere (also größer als Schmetterlinge) gab es bis auf etwas wieselartiges hoch oben in den Bäumen nicht zu sehen, aber wen wundert es, der Wald ist ja groß.
Nachdem wir es endlich wieder ins Auto geschafft hatten, musste im Nachbardorf erstmal der Hunger wieder gestillt werden, diesmal mit verschiedenen Spießen (Tintenfisch, Krabbe, Hühnchen) auch wieder auf der Straße. Das wird dann alles in eine Tüte gesteckt, nach Wunsch mit Soße übergossen und dann isst man das. Klingt jetzt nicht so toll, ist es aber. Für später haben wir noch 3 Packen Erdbeeren (das wird da oben neben Tee ganz groß angebaut) für 20 Ringit also 5 EUR gekauft. Relativ teuer, aber lecker.
Einen kleinen Abstecher auf den Berg Berinchang haben wir auf halbem Weg abgebrochen, da alles diesig war und man oben eh nichts mehr gesehen hätte (das war dann schon 2000m hoch, also noch einmal 500m mehr als die Stadt) Die Ausblicke auf die Teeplantagen auf dem Weg nach unten haben uns aber entschädigt.
Die Fahrt bis Georgetown auf der Insel Penang, wo wir gestern angekommen sind und noch bis morgen bleiben, zog sich dann ziemlich. Erst aus den Bergen die Serpentinen runtereiern, dann noch ca. 150km auf der Autobahn. Da dann noch eine kurze Pause auf einer Raststätte gemacht, tausendmal besser als alle deutschen Rasthöfe. Allerdings auch, genau wie zu Hause, viel teurer als anderswo.
Als wir dann endlich gegen 20:30 über die Mautbrücke auf die Insel gerollt sind, haben wir natürlich das Hotel nicht gefunden und sind ca 1h durch die ganze Stadt geirrt, bei Dunkelheit versteht sich. Bisher ätzendste Autofahrt meines Lebens, vor allem, weil die Leute noch mehr mit der Brechstange fahren als in KL. Der Rat eines werten Lesers, sich einen lokalen Fahrer zu nehmen war gar nicht verkehrt! Bloß gut, dass der Sprit hier nur 43 cent/liter kostet, wenigstens ist es billig, sich zu verfahren. Am schlimmsten war dann festzustellen, dass wir am Hotel sogar ganz am Anfang vorbeigefahren waren aber es nicht gesehen hatten.
Hier bleiben wir noch eine Nacht, morgen geht's wieder Richtung Süden auf Pangkor Island, Strand. Mal sehen, ob ich heute Abend noch über den heutigen Tag in Georgetown schreiben kann, wollen nämlich endlich mal auf den Nachtmarkt heute Abend. Hier scheint auch gerade ein Hindu-Feiertag zu sein, das könnte recht interessant werden.
Bilder kann ich hier übrigens irgendwie gerade nicht einfügen, daher hier mal einfach der Linkaufs neue Album für die Highlands.

Freitag, 3. Februar 2012

Flug und Kuala Lumpur

Der Flug...

war wie erwartet eine ziemliche Quälerei. Trotz enormer Beinfreiheit wollte man spätestens nach 10 Stunden nur noch mit dem Kopf gegen die Wand schlagen beim Gedanken daran, dass man ja NOCH knapp 3 Stunden unterwegs ist. Zum Glück habe ich vorher noch einen gewissen Herrn Jim Beam beim Duty Free abgeholt, das hat geholfen. Ansonsten ist Air Asia ein typischer Billigflieger, so musste man sich mit einem portablen Mediaplayer begnügen um ein paar Filme zu gucken, der wurde dann aber auch spätestens 1.5 Stunden vor Landung wieder eingesammelt. War aber nicht schlimm, denn da waren die Batterien eh schon leer. Sehr positiv war das Essen, habe bisher noch nie so gute Sachen im Flugzeug bekommen, allerdings kostete das extra und mit 13 EUR für zwei Currygerichte auch nicht gerade wenig.

Das Hotel...

heisst Trader's by Shangri-La und ist echt Spitzenklasse. Wir kamen so um 7:00 früh an und konnten sogar gleich einchecken, allerdings nur da wir ein kleines Upgrade für 30 EUR/Tag genommen haben. Das beinhaltete ein besseres Zimmer mit Blick auf die Petronas-Towers, Frühstück (auch am ersten Tag), freie Softdrinks in der Lounge und auch Alkoholika frei zwischen 5 und 7 Uhr jeden Abend. Wenn man bedenkt, wie teuer das hier ist, hat sich das schon gelohnt. Leider haben wir die Happy Hour allerdings am ersten Tag verpasst...

Kuala Lumpur...

ist eine Stadt voller Kontraste. Das klingt nach Reiseführer Blabla, aber es stimmt absolut. Hypermoderne Wolkenkratzer neben uralten halb verfallenen Bauten aus der Kolonialzeit, Muslims neben Chinesen, Indern... Die meisten Leute sind übermäßig freundlich und hilfsbereit, erinnert mich ein bisschen an meinen Urlaub letztes Jahr, nur das "Englisch" was hier gesprochen wird ist wirklich sehr exotisch und manchmal nicht zu verstehen.
Wir sind dann am Mittwoch nach dem Frühstück ohne weitere Verzögerung zu Fuss in die Stadt aufgebrochen. Das war jetzt nicht total verkehrt, da die Entfernungen eigentlich nicht sehr groß sind, allerdings ist die Stadt sehr Fussgängerunfreundlich. Entweder es gibt keine Ampeln oder man muss 3 Minuten warten, manche werden auch gar nicht grün. Letztendlich geht man hier einfach drüber, hilft ja nichts. Wenn dann die Ampel mal doch grün wird, haben sie hier aber ein cooles animiertes Ampelmännchen:
Wir sind dann durch Chinatown bis zu einer Parklandschaft gelaufen, da war es dann schon Mittag und die liebe Sonne brutzelte dementsprechend, Sonnenbrand blieb aber zum Glück aus. Zurück ins Hotel ging es dann mit der U-Bahn, kostet hier auch nur ein paar Cent.
Am Donnerstag war dann die nördliche Stadt angesagt, Lisa hat sich erstmal massieren lassen (7 EUR oder so für eine halbe Stunde)Ich hab derweil einen A&W Laden gefunden, wo ich meine Rootbeersucht befriedigen konnte, mal wieder. ;-) Das angeblich größte Einkaufscenter Asiens war wirklich riesig (10 Stockwerke) allerdings war nicht alles vermietet und die eingebaute Achterbahn fuhr auch nicht. Dafür haben wir uns einen gefaelschten Kopfhörer für 7 EUR gekauft, da kann man ja nichts falsch machen! Dann ging es mit der Monorail nach Kit Show, wo es mal wieder einen Markt gab. Der war aber nichts für schwache Nerven, überall Hühner, Eingeweide, Fisch (getrocknet und frisch), ganze Köpfe vom Rind usw. alles ungekühlt und dementsprechend hat es auch gestunken. War ein bisschen ein Gefühl, als ginge man durch ne Geisterbahn, waren dann froh wieder draussen zu sein und unser Essen nicht da kaufen zu müssen... :-) Essen gab es dann ein paar Straßen weiter, war wieder extrem preiswert und gut, nur die Eiswürfel im Getränk kamen uns im Nachhinein etwas verdächtig vor, als uns etwas flau im Magen wurde. Scheint aber nur Einbildung gewesen zu sein, es kam zu keinen ungewöhnlichen Ausscheidungen, zum Glück. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, mehr an die Hygienehinweise zu denken, will ja lieber keinen Typhus.
Abends waren wir dann wieder platt (ich hab abends eine Stunde bis 21:30 gepennt, konnte dann aber nachts ironischerweise bis 3:00 nicht einschlafen. Ist wohl doch noch Jetlag da) also ging nicht viel. Haben es gerade noch geschafft, das nächste Hotel in den Cameroon Highlands zu buchen, wo es heute mit dem Mietwagen hingeht. Bin mal gespannt, wie sich das hier fährt, ich ahne nichts gutes. Linksverkehr und alle fahren wie die Henker, dazu kommt, dass wir kein Naiv haben und nur sehr minderwertiges Kartenmaterial, aber mal sehen. Auf dem Weg ist noch ein Zwischenstopp in den Baut Capes geplant, ein Hindu-Heiligtum mit Touristenabzocke, mal gucken...