Freitag, 24. Februar 2012

Shenzhen/Guilin


Da Shenzhen nur als Zwischenstation aus Verlegenheit eingeplant war (es gab keine Fähre von Macau, die früh genug fuhr, um den Flug nach Guilin zu bekommen) haben wir uns für etwas preiswerteres in der Nähe des Flughafens entschieden (Capital Plaza Hotel für 57 EUR/Nacht) und auch gleich voll ins Klo gegriffen. Ein muffiges, sehr staubiges Zimmer, das wir erstmal wechseln mussten da wir beide gleich allergische Reaktionen bekamen. Das neue Zimmer war zwar nur geringfügig besser, aber auszuhalten.
Im chinesischen Restaurant gleich um die Ecke wurden wir dann ein ein merkwürdiges Ritual eingeführt: Das Essgeschirr (kleiner Teller, Schälchen, Teeglas und Stäbchen) stand eingeschweißt auf dem Tisch. Ist ja schon mal ne gute Sache, reicht aber dort nicht. Die Kellnerin kam dann, nachdem wir alles ausgepackt hatten und hat dann alles noch einmal mit Tee abgespült und den Tee dann weggeschüttet. Sie kam grad noch rechtzeitig, bevor ich mir was einschenken konnte, keine Ahnung ob das trinkbar gewesen wäre oder spezieller Spül-Tee. Das Essen war gut, nur fiel uns auf, dass es quasi unmöglich ist, wirklich nur Fleisch zu bekommen, ausser man bestellt Hackfleisch. Alles andere ist mit Knochen gebraten und dann kleingehackt. Bei Fisch geht das ja noch, aber bei Rindfleisch oder Geflügel ist es einfach nur nervig und versaut einem auf Dauer den ganzen Spaß. Man muss die Knöchelchen ja auch noch mit den Stäbchen aufnehmen und dann möglichst stilgerecht entsorgen, das nervt einfach endlos. Dann haben wir am Nachbartisch noch ganz andere Knochen gesehen, ca. 2cm dick und 20cm lang, die haben die Leute irgendwie ausgehöhlt und dann mit Strohhalmen durch die Knochen Suppe getrunken. Fast jeder hat das da gegessen. Ich habe später hier in Guilin einen Local gefragt, der meinte, es wäre ein Ding, was die nur da unten in dieser Provinz machen, der Knochen tut eben gut und bringt ewige Gesundheit, was die eben hier so alles glauben. Wenn das alles stimmen würde, dürfte kein Chinese jemals Pech haben oder krank werden…
Der Flug nach Guillin mit China Southern war wunderbar, und das 5-Sterne Hotel (Bravo Grand Wing) ist hier auch schwer in Ordnung. Gullin ist ziemlich romantisch, ein Fluss mit Park drumherum mitten in der Stadt, nachts alles bunt beleuchtet. 

Auch Hochzeiten sieht man hier viele. Dementsprechend war am gestrigen Valentinstag hier auch die Hölle los, überall Plakate dafür, händchenhaltende Pärchen, herzförmige Ballons und sogar einen Kusswettbewerb habe ich in der Stadt gesehen. 


Tagsüber waren wir mit einem, eigentlich sogar zwei, Guides und Fahrer in der Stadt unterweg (unter anderem den zentralen Prinzenpalast aus dem 14. Jahrhundert gesehen, den Elephant trunk Hill (sieht wie ein Elefantenrüssel aus) und noch in der Reed Flute Cave unterwegs gewesen, war sehr schön und einfach für uns, vor allem, weil ihr Englisch ganz hervorragend war. 

Jedenfalls habe ich die gefragt, ob das irgendwelche Wurzeln in der chinesischen Tradition hat oder aus USA importiert ist, ist natürlich importiert. Sowieso unglaublich, wie westlich alles hier ist. Im Fernsehen gibt es zwar CCTV 1 bis 16 (Staatsfernsehen) aber auch HBO Asia und so Sachen. Mag sein, dass das aber nur im Hotel so ist. Und Essen, in HK gab es wortwörtlich an jeder Ecke einen McDonalds oder KFC, aber selbst hier in der Provinz gibt es einige und noch mehr durchgeknallte chinesische Burgerfastfoodnachmachen. Ich könnte jeden Tag Burger essen, bestimmt machen das viele Chinesen auch, so voll wie es da immer aussieht, aber natürlich gucken wir ja eher nach den lokalen Spezialitäten. Oder japanisch, was  hier auch super ist, gleich in der Nähe vom Hotel ist einer, da gehen wir heute abend auch noch mal hin. Sehr lecker UND total bezahlbar, im Gegensatz zu Berlin…)Wir haben gestern den Guide zum Essen eingeladen in dem Restaurant, wo sie uns hingebracht hatte, ihr war es natürlich viel zu teuer. Ich konnte mir einen schönen Fisch im Bassin aussuchen, der dran glauben musste und dann meinte sie, ob wir denn mal Hase probieren wollten, als wäre das was total exotisches wie z.B. Hund. Sie persönlich hatte es auch noch nie gegessen (die süßen Hasen!) und war sehr überrascht, als wir meinten, dass man das zu Hause schon ab und zu mal isst, hehe. So kann es gehen mit der kulturellen Verwirrung!! :-)

Das Wetter ist natürlich wie erwartet äußerst bescheiden, nie mehr als 9 Grad und meistens viel Wind und Sprühregen. Nur heute (zur Orientierung: Mittwoch, morgen geht es auf die letzte Etappe nach Shanghai. Leider werden diese Einträge zeitverzögert erscheinen, wir haben es versäumt uns gegen die Große chinesische Firewall zu wappnen, als wir noch die Chance dazu hatten) war es bis zum frühen Abend wenigstens trocken, wenn auch immer noch kalt und windig. Heute stand dann wieder ein pauschal gebuchter Ausflug auf dem Programm, leider mit einem anderen Guide, die gar nix konnte. Wir haben quasi den ganzen Tag auf dem Wasser oder im Bus verbracht, erst Shangri-La angeguckt, ein Art Indianerdorf einer chinesischen Nation, wo man auch mit Folklore erfreut wurde und wie so üblich gezeigt bekam, wie man früher Pergament machte und webte etc. pp. Dann ging es Bambusfloß fahren auf dem Yulong River, was sehr idyllisch war, aber kalt. Wir bekamen eine ziemlich fiese Show geboten, bei denen Kormorane mit zugebundener Kehle Fische fangen (und wieder ausspucken) mussten, nicht schön. Leider konnten wir uns auch beim Mittagessen nicht aufwärmen, das fand nämlich bei dem Scheißwetter auf der Terasse statt, auch noch zu gesalzenen Preisen. Da sich die beiden Chinesen, die mit uns auf der Tour waren aber schon brav hingesetzt hatten und bestellt hatten, wollten wir auch kein Fass aufmachen. Das Essen (Fisch, angeblich Schwertfisch) war aber wenigstens gut. Anschliessend ging es noch beim Baynshu-.Tree (oder so ähnlich) vorbei, ein über 1300 Jahre alter riesiger Baum, wenn man dreimal herumläuft werden angeblich alle Wünsche erfüllt. Mal sehen. Dann ging es noch einmal auf einen Fluß, diesmal den Li-River. Um 18:00 waren wir völlig durchgefroren wieder im Hotel, Lisa hatte dazu noch mit Magen-Darm-Kram zu kämpfen, trotzdem haben wir es noch ein zweites Mal in den Japaner geschafft, der war einfach gut, auch wenn man vom Kobe-Beef in den Röllchen nicht viel geschmeckt hat, aber das sei ihm verziehen, bei dem Preis, den er berechnet hat...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen